92% der Deutschen besorgt um Onlinedatenschutz – Zeit für ein europäischeres Internet mit der EU-Datenschutzreform

Gestern erreichte die EU einen Meilenstein auf dem Weg zu einem stärkeren, europaweit gültigen Datenschutz. Vertreter aus EU-Parlament, EU-Kommission und den EU-Staaten einigten sich auf neue, einheitliche Regelungen, die Unternehmen dazu zwingen, sensible Daten und Privatsphäre der Europäer besser zu schützen. Mit der Vereinheitlichung für 28 Länder wird es nun für internationale Unternehmen unumgehbar, aber auch einfacher umsetzbar, auf die Datenschutzbedürfnisse der Menschen in Europa zu reagieren.

Die Verordnung gibt Nutzern das Recht, zu erfahren, ob ihre Daten gehackt wurden, das “Recht auf Vergessenwerden”, leichteren Zugang zu den eigenen Daten sowie mehr Transparenz, wie diese genutzt werden.

Europäische Nutzer sorgen sich um ihre Onlineprivatsphäre

Die neuen Gesetze gehen damit auf die Bedürfnisse der Menschen in Europa ein, die sich zunehmend um ihre Onlineprivatsphäre sorgen.

Unsere vor zwei Wochen unter deutschen Berufstätigen durchgeführte repräsentative Umfrage zeigte, dass

  • 92% der Befragten Bedenken zur Sicherheit ihrer Onlinedaten haben.
  • Am häufigsten sorgen sie sich um Hacker (59%), staatliche Überwachung (47%) und den Mangel an Transparenz, wie Onlinedienste ihre Daten nutzen und handhaben (46%).
  • Jedoch reagieren nur 10% der Befragten und nutzen Ende-zu-Ende-Verschlüsselung für das Teilen ihrer Dateien, E-Mails oder Chat.

Die neue EU-Datenschutz-Grundverordnung zwingt datenverarbeitende und -kontrollierende Dienste zu mehr Transparenz. Dies war spätestens mit dem Ende des 20-jährigen Safe-Harbor-Abkommens absehbar. Nun können Unternehmen, die sich nicht umstellen, mit Bußgeldern von bis zu 4% ihres Jahresumsatzes belegt werden.

Mehrheit würde lieber europäische Anbieter nutzen

Dieselbe Studie zeigte zudem, dass deutsche Arbeitnehmer und Unternehmer sich mit Diensten aus Europa zwar sicherer fühlen würden, aber trotzdem die Angebote der US-Hightech-Riesen nutzen.

  • Mehr als die Hälfte (59%) würden lieber mit europäischen Diensten online kommunizieren, Dokumente teilen, etc.
  • Privatsphäre- und Sicherheitsbedenken sind der Hauptgrund für diesen Wunsch: Zehnmal mehr Befragte fühlen sich mit europäischen Diensten sicherer (35%) statt mit US-Anbietern (3%)
  • Trotzdem nutzen 96% der Teilnehmer Dienste der US-Hightech-Riesen für Kommunikation, Datentausch und Verwaltung ihres Unternehmens (WhatsApp, Dropbox, Google Drive und Facebook Messenger)

Wir waren bestürzt über diesen großen Widerspruch zwischen dem deutschen Bedürfnis nach sicheren, europäischen Alternativen und den tatsächlich genutzten Diensten.

Nur 6% der Befragten gaben an, dass sie US-Anbieter bevorzugen, weil diese besser funktionierten. Die Hürden vermuten wir daher an anderer Stelle – am mangelnden Wissen über existierende Alternativen.

 

Es gibt schon heute sichere, europäische Alternativen

Das neue Gesetz tritt frühestens in zwei Jahren in Kraft, weshalb Unternehmen erst ab 2018 dazu gezwungen sind, Privatsphäre zu respektieren und Daten zu schützen. Bis dahin empfehlen wir die Nutzung von Anbietern, die bereits jetzt die Privatsphäreihrer User ernst nehmen und Daten mit Ende-zu-Ende-Verschlüsselung schützen.

Ende-zu-Ende-Verschlüsselung ist der einzige “adäquate” Schutz sensibler Daten. Diese Technologie stellt sicher, dass der Nutzer – und nur der Nutzer – das letzte Wort hat, wer auf seine Daten zugreifen kann.

Wir teilen die Ansicht von Andrus Ansip, EU-Kommissar für digitalen Binnenmarkt, dass “Die digitale Zukunft Europas nur auf Vertrauen aufgebaut werden kann (…) Die heutige Vereinbarung bildet die Grundlage, um die Entwicklung innovativer digitaler Dienste in Europa zu unterstützen.

Firmen, die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung nutzen und Privatsphäre respektieren gibt es schon heute in Europa:

Wir werden gemeinsam dafür arbeiten, Daten und Privatsphäre der EU-Bürger zu schützen.

 

Zur Studie: Alle Daten, außer wenn abweichend angegeben, wurden von der YouGov Deutschland AG zur Verfügung gestellt. An der Befragung, die repräsentativ und für Mitarbeiteranteile je Unternehmensgröße gewichtet ist, nahmen vom 24. November bis 1. Dezember 2015 515 Personen teil.

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