Schweizer Firmen sind für lokale Datenhaltung – ist dies nur ein emotionales Phänomen?

Nationalitätsbewusstsein scheint nicht nur die politische Arena zu erobern. Auch in der Sicherheitsbranche gibt es ein trendiges Phänomen mit lokaler Ausprägung. Es heißt nationale Datensouverenität.

Seit den Snowden-Enthüllungen geriet das Thema Datensicherheit zunehmend in den Fokus von Unternehmen. Die übermäßige Power US-amerikanischer Tech-Riesen über Nutzerdaten und ein damit verbundener Vertrauensverlust haben das Bedürfnis der Nutzer nach mehr Datenkontrolle weiter verstärkt – ein willkommener Prozess übrigens. Denn um auch in der Digitalwirtschaft einen gesunden Wettbewerb zu erhalten, ist die Kontrolle über die eigenen Daten essenziell.

Die Schweiz als neu etablierter Datenstandort ist ein Paradebeispiel für dieses Phänomen. Lesen Sie den nachstehenden Exkurs über die anfänglichen Stolpersteine bei der Cloudnutzung von Schweizer Unternehmen und die Beweggründe der Firmen für Datenspeicherung innerhalb der Landesgrenzen.

Schweizer Nachzügler holen auf

Die Cloudnutzung boomt seit eh und je. Dennoch zögerten die Schweizer KMU anfangs, in die Cloud umzusteigen. Die Sicherheitsbedenken, die auf die Adoption hemmend wirkten, sind zum Teil durchaus nachvollziehbar.

Die tragenden Säulen der Schweizer Wirtschaft, wie der Finanz-, Chemie- und Pharmasektor, handhaben vertrauliche Datenmengen. Der sichere Umgang mit Daten ist für die Schweiz als Forschungs- und Produktionsstandort ebenso von strategischer Bedeutung. Kein Wunder, dass statt einer „Early-Adopter“-Mentalität Sicherheitsabwägungen die Entscheidungen für eine Cloudlösung noch lange hinausgezögerten.

Nun zeichnet sich auch bei Schweizer KMU in Sachen Cloud ein Wendepunkt ab – dies ergab eine im Jahr 2019 im Auftrag von Swisscom erschienene MSM-Studie. Unternehmen haben sich nicht nur mit den Potenzialen der Cloud – wie Produktivitätssteigerung, Kostensenkung und Innovation –auseinandergesetzt.

Sie haben auch erkannt, dass angesichts der steigenden Sicherheits- und Compliance-Anforderungen hausinterne Lösungen nicht mehr ausreichen. Und zuverlässige Cloudanbieter punkten mittlerweile mit ausgefeilten Sicherheitslösungen, die die firmeneigenen Möglichkeiten weit übertreffen.

Bei der Auswahl des richtigen Anbieters ist jedoch weiterhin Vorsicht geboten. Denn nicht alles, was von Mainstream-Anbietern im Marketinggeschwurbel großgeschrieben wird, entspricht in der Tat einer technisch nachweisbaren Sicherheit.

Motive für eine Datenspeicherung in der Schweiz

Auch die vorhin erwähnte MSM-Studie bestätigt, dass der Datenstandort „Schweiz“ und der Sicherheitsaspekt oft maßgebliche Kriterien sind, wenn es bei Schweizer KMU um die Wahl eines Cloudanbieters geht. Für eine Datenhaltung auf Schweizer Boden spricht laut der Umfrage noch viel mehr:

#1 Datenschutzrechtliche Vorgaben

59% der befragten Schweizer Unternehmen behaupten, dass regulatorische und gesetzliche Gründe ausschlaggebend für eine lokale Datenspeicherung sind, um das vorgeschriebene Maß an Kontrolle über Firmendaten sicherstellen zu können. DSGVO, FIDLEG (Schweizer Finanzdienstleistungsgesetz), HIPAA –mit der Vermehrung der Mosaikworte vermehren sich auch die datenschutzrechtlichen Anforderungen an Unternehmen.

Nicht nur die zunehmende Vernetzung lokaler und internationaler Wirtschaft stellt die Firmen vor neue Herausforderungen, sondern auch die branchenspezifischen Vorschriften. Es ist somit nicht verwunderlich, dass das größte Interesse für lokale Datenhaltung von Seiten der regulierten Branchen, wie der Finanz-, Gesundheitssektor, Versicherungen oder die öffentliche Hand, zu verzeichnen ist.

Und tatsächlich wollen diese Branchen die Schweizer Cloud-Idee auch aktiv mitgestalten, wie das Beispiel der Schweizer Bankvereinigung zeigt. Ihr im 2019 erarbeiteter Leitfaden beinhaltet konkrete Empfehlungen für ein rechtskonformes und sicheres Cloud-Banking.

#2 Wartung und Problembehebung

Auch diejenigen Unternehmen, die die inländische Präsenz des Providers aus technischen Gründen bevorzugen, stehen dem nicht hinterher (45%). Technische Probleme beseitigen, auf Kundenfragen reagieren – in all diesen Fällen ist die Nähe des Anbieters zweifelsohne von Vorteil.

#3 Kundennähe

Für viele Schweizer Firmen ist zudem die einfache Interaktion mit dem Provider bei der Standortfrage ausschlaggebend (36%), wie aus der MSM-Studie hervorgeht. Vieles lässt sich effizienter auf Augenhöhle in Griff bekommen, wenn der Anbieter vor Ort verfügbar ist.

Kurze Eskalationswege, branchenübergreifende Zusammenarbeit und Partnerschaften sind direkte Gewinne einer engeren Kunden-Anbieter-Beziehung und können auch das Vertrauen langfristig stärken.

#4 Stabile Konjunktur

Über die lokale Nachfrage hinaus gibt es noch ein internationales Segment, für das die „Swiss Cloud“ verlockend ist. Neben der fortschrittlichen Infrastruktur und hohen Sicherheitsstandards von Schweizer Datacenter profitiert die Standortfrage anscheinend auch von dem guten Ruf des stabilen und politisch neutralen Landes.

Ein eindeutiges Anzeichen dafür ist die wachsende Nachfrage: Denn immer mehr ausländische Unternehmen zeigen Interesse für Datenspeicherungsoptionen in der Schweiz und das Land wird auch international als ein sicherer Datenhafen angesehen.

Datenresidenzoptionen – so bekommt man die Kontrolle zurück

Um diesen Bedürfnissen gerecht zu werden, drängen immer mehr Cloudanbieter mit spezifischen Angeboten auf den Schweizer Markt. Es gibt jedoch kaum solche Cloud-Provider, die eine technisch bewährte Sicherheit für alle Stationen des Datenverkehrs garantieren können.

Tresorits Ende-zu-Ende-verschlüsselte Cloudlösung – spezialisiert auf die Speicherung hochsensibler Daten – ist eine Ausnahme. Der Schweizer Clouddienst bietet nicht nur einen ultrasicheren Schutz für die wertvollsten Unternehmensdaten, sondern adressiert auch die Präferenzen seiner Kunden für lokale Datenspeicherung.

Dank der auf Anfrage verfügbaren Datenresidenzoptionen können Unternehmen aus einer Liste von Datenstandorten wählen, darunter auch aus Rechenzentren in der Schweiz und in Deutschland.

Somit können Schweizer und internationale Unternehmen ihre vertraulichen Datenmengen unter Schweizer Jurisdiktion verwahren und die Hoheit über ihre Daten behalten. Die Cloud als Motor für Innovation kann mit voller Geschwindigkeit in Gang gesetzt werden – das Lenkrad ist auch den Schweizer Firmen an die Hand gegeben.

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